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Jugendarbeit im MFC-Rheinbach Swisttal e.V.

 

Wie die Pampersflieger entstanden sind:

Die Jugendarbeit hat beim MFC Rheinbach-Swisttal e.V. eine lange Tradition. Bereits in den 80er Jahren wurde mit dem Aufbau einer Jugendgruppe begonnen. Ob es nun am ausgewählten Modell oder am mangelndem Interesse oder gar an den unzureichenden Räumlichkeiten lag, ist heute belanglos, aber leider schlief die Gruppenarbeit mit den Jugendlichen bald wieder ein. Trotzdem waren engagierte Modellflieger aus dem Verein bereit, zu Hause in ihren Werkstätten mit interessierten Jugendlichen Modelle zu bauen und ihnen beim Einstieg in unseren Sport zu helfen. Als diese Einzelaktionen immer mehr Zuspruch fanden, wagte man 1990 einen neuen Anlauf. Aber erst der 1991 von der Gemeinde Swisttal (Miel) zur Verfügung gestellte große Raum in der alten Schule schaffte die Vorraussetzungen zur erneuten Gründung einer Jugendgruppe. Jetzt wurde das Jugendarbeitskonzept des DMFV ( Deutscher Modellflieger Verband ) mit den SE-Modellen ohne Kompromisse angewandt und zeigte schon bald die ersten Erfolge. Ein weiteres Erfolgsgeheimnis für das schnelle Anwachsen der Jugendgruppe war der leichte finanzielle Einstieg für die Eltern. In Absprache mit dem damaligen Vorstand wurde entschieden, dass die Kinder zunächst nicht in den Verein eintreten mussten. Erst wenn ein wirkliches Interesse an der Modellfliegerei vorhanden ist, spätestens aber wenn nach der SE-1 das erste Fernsteuermodell geflogen wird, muss in den Verein eingetreten werden. Die Eltern nehmen dieses einmalige Angebot dankend an, weil wir der einzige Verein sind, der bei den schnell wechselnden Interessen der heutigen Jugend nicht sofort die Hand aufhält. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Nachdem sich die Gruppe gefestigt hatte, wurden mit einem Namenswettbewerb unter den Jugendlichen die "Pampersflieger" mit dem Schlachtruf "Stürz ab !!" geboren. Frau Sagenstedt, die Mutter eines Pampersfliegers, stiftete die passende Fahne, die auch heute noch bei jedem offiziellen Auftritt der Gruppe dabei ist.

So nach und nach stießen auch weitere interessierte Vereinsmitglieder als Jugendleiter zu den Pampersfliegern und verbesserten die Arbeit deutlich, weil nun in der winterlichen Bauphase mehr Helfer Unterstützung geben konnten. Im Sommer wurden auch die Jugendlichen, die noch kein Fernsteuermodell hatten, mit in die Flugschulung eingebunden. Sie flogen Modelle, die fast ausschließlich aus dem Privatbesitz der Jugendleiter stammten.

Durch das konsequente Anwenden des DMFV Jugendprogramms, zu dem auch die Teilnahme an den Vorausscheidungen zur Deutschen Jugendmeisterschaft des DMFV gehört, ließen auch die sportlichen Erfolge der Gruppe nicht lange auf sich warten. Seit dem Bestehen qualifizierte sich in jedem Jahr wenigstens ein Pampersflieger zur Deutschen Meisterschaft. Im Jahr 2002 waren es gleich fünf ! Darunter 1 Mädchen mit dem 1. Platz in der Klasse Freiflug. Eine Leistung, die nur wenige Jugendgruppen erreichen.

Und so zeigt sich die Jugendgruppe heute:

Der MFC Rheinbach-Swisttal e.V. ist einer der wenigen Vereine in der Bundesrepublik, der über einen Stamm von  ausgebildeten Jugendleitern verfügt. Es sind dies: Bernd Mühl, Winfried Segin, Stefan Theißen, Ralf Schallenberg, Tobias Schallenberg und Matthias Urban. Die Fluktuation in der Gruppe ist sehr gering, so dass ein ständiger Bedarf an Betreuern besteht. Zur Zeit haben wir wieder 26 Pampersflieger, darunter 2 Mädchen, die sich regelmäßig treffen.

Für die nötige finanzielle Unterstützung sorgt der Verein, der der Gruppe mit einem Jahresetat von 750 € die finanzielle Basis garantiert.

Die Jugendgruppe ist heute stolzer Besitzer einer Schleppmaschine, die die Segler der Jugendlichen in die Luft bringt. Für eine effektivere Schulung der Einsteiger hat die Gruppe mehrere Elektrosegeler mit dazugehörigen Lehrer- Schüler- Systemen. Daneben hat jedes Mitglied der Gruppe ein mit unserem Logo bedrucktes Pampersflieger T-Shirt, welches bei offiziellen Anlässen und Wettbewerben schon neidvoll bewundert worden ist.

Neben der Modellfliegerei treffen sich die Pampersflieger auch zu anderen Aktivitäten wie Zeltlager, Schwimmen oder Flugplatzbesichtigungen. Ein weiterer Höhepunkt ist das jährliche Segelfliegen mit der Segelfluggruppe Altenahr.

Wichtig ist uns auch der enge Kontakt zu den Eltern in Form von Elternabenden, Rundschreiben und Gesprächen auf dem Flugplatz, der schon so manches Problem gelöst und dafür gesorgt hat, dass rechtzeitig die Bremse gezogen wurde, wenn die Modellfliegerei mal wichtiger als die Schule war.

Der typische modellfliegerische Werdegang unseres Nachwuchses beginnt meist mit dem Bau eines Segelflugmodells (z.B. EasyGlider). Je nach Interesse folgt dann ein Elektrosegler (z.B. SE300 oder EasyGlider) oder ein Motormodell (z.B. SE-10 Sport oder Mentor).

     

Es dauert also je nach Talent und Durchhaltevermögen ein bis zwei Jahre bis unsere jungen Pilotinnen ( auf die wir besonders stolz sind !!!) und Piloten allein fliegen können. In dieser Zeit helfen die Fortgeschrittenen bereits den Anfängern und so ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder neue Jugendleiter aus den eigenen Reihen kommen. Sind die Jugendlichen erst einmal "flügge" geworden, sieht man sie fast jeden Tag in der Woche fliegen und trainieren. Jetzt sind die Jugendleiter oft nur noch Berater wenn es um das spezielle Wettbewerbstraining oder neue Bautechniken geht. Damit beginnt die volle Integration in das Vereinsleben auch außerhalb der festen Flugzeiten der Pampersflieger.

Die Jugendarbeit des MFC Rheinbach-Swisttal e.V. ist mit den Pampersfliegern in ganz Deutschland bekannt geworden und viele Vereine beneiden uns um diese aktive Gruppe. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der DMFV bei Anfragen von Video- und Fernsehproduktionen immer wieder gern auf die Pampersflieger verweist. Das Jugendarbeitsvideo des DMFV und die Filmarbeiten für den Disney-Club sind die besten Beispiele.

Wir sind besonders stolz darauf, dass unsere Arbeit im Jahr 2001 mit dem Jugendförderpreis des Verlags für Technik und Handwerk und der Firma Graupner belohnt wurde. Dieser mit 3000,- DM dotierte Preis wird jährlich für herausragende Leistungen bei der Nachwuchsarbeit im Modellflugsport verliehen.

Auch in diesem Jahr werden wieder viele interessierte Kinder mit ihren Eltern an unserem Informationsabend, mit dem traditionell die Bausaison beginnt, teilnehmen. Obwohl unsere Räumlichkeiten aufgrund der Größe der Gruppe schon fast zu klein sind, haben die Jugendleiter beschlossen, niemanden abzuweisen, der an unserem schönen Sport interessiert ist. Wir haben in unserem Verein auch eine gesellschaftliche und soziale Aufgabe zu erfüllen und unterstützen deshalb jeden Jugendlichen, der zu uns kommt, um bei uns eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu findet.

Abschließend möchten wir uns bei allen bedanken, die unsere Arbeit mit den Pampersfliegern unterstützen. Dank auch an die Kollegen, die zugunsten des Nachwuchses mit der Einschränkung des Flugbetriebes durch unsere Jugendarbeit am Dienstag Abend einverstanden sind.

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